Der Inzuchtkoeffizient (IK)

Der Inzuchtkoeffizient (englisch COI (Coefficient of Inbreeding) gibt, vereinfacht gesprochen, den Verwandtschaftsgrad der Eltern des zu betrachtenden Individuums an. Je näher die Paarungspartner miteinander verwandt sind, desto höher ist auch der Inzuchtkoeffizient.

Es gibt verschiedene Methoden den Inzuchtkoeffizient zu berechnen (u.A Wright). Die im Kromfohrländer Archiv angewandte ist die Tabular Methode.

 

Paart man beispielsweise zwei Hundegeschwister miteinander, ergibt sich ein IK von 25% bei den Nachkommen.

Verpaarung
von…
Verwandtschafts-koeffizient  Inzuchtkoeffizient
d. Nachkommen (IK)
Elternteil x Kind 1/2 = 0,50 = 50 % 1/4 = 25 %
Bruder x Schwester 1/2 = 0,50 = 50 %  1/4 = 25 %
Halbbruder x Halbschwester 1/4 = 0,25 = 25 %  1/8 = 12,50 %
Großelternteil x Enkelkind 1/4 = 0,25 = 25 %  1/8 = 12,50 %
Onkel, Tante x Neffe, Nichte 1/4 = 0,25 = 25 %  1/8 = 12,50 %
Cousin x Cousine (1. Grad) 1/8 = 0,125 = 12,5 %  1/16 = 6,25 %
   

Inzuchtkoeffizient beim Kromfohrländer

Note: Die IK Werte einzelner Hunde auf dieser Seite beziehen sich auf die Werte aus dem Kromfohrländer Archiv. Hier wird der IK auf 7 vorangegangene Generationen berechnet. Je weiter man in der Zucht zurückgeht und je mehr Generationen man einberechnet, desto höher steigt der Inzuchtkoeffizient beim Kromi, da die Rasse aus lediglich 3 Gründungstieren hervorgeht und daher besonders in den Anfangsjahren Inzucht betrieben werden musste, um die Rasse als solche zu manifestieren. 

 

Je öfter ein einzelner Hund in den vorhergegangenen Generationen im Stammbaum auftaucht, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sich seine Gene durchgesetzt haben. Dies kann man zum Vorteil machen, indem man gute Hunde mit besonderen Eigenschaften (das größte Kriterium sollte Gesundheit sein!) oft in der Zucht einsetzt und somit ihre Gene in der Population festigt. Leider gilt gleiches auch für krankmachende Gene, die sich gleichermaßen in der Population festigen. Je höher der Inzuchtkoeffizient und damit auch die In- und Linienzucht vorangegangener Generationen, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass krankmachende Gene nicht mehr ausgeglichen werden können. Dies versucht man zu vermeiden, indem man möglichst weit entfernt miteinander verwandte Tiere verpaart um so ein möglichst breites Spektrum an Kombinationsmöglichkeiten der Gene, zu haben.


Bedeutung für die Kromfohrländer Zucht

Beim Kromfohrländer, der aus wenigen Gründungstieren hervor ging und daher per se schon sehr eng gezüchtet ist, sollte man unbedingt darauf achten Verpaarungen vorzunehmen, bei denen der Inzuchtkoeffizient möglichst gering ist!

 

Da man aber in der Realität eher den Phänotyp (das äußere Erscheinungsbild) und nicht den Genotyp (Gesamtheit der Gene eines Organismus) kennt und somit, im Rahmen der aktuellen Zuchtlenkung des Vereins, eher von äußeren Merkmalen einen Paarungspartner wählt, sollte man umso mehr drauf achten, einen möglichst weit entfernten Paarungspartner zu nehmen, um eine größtmögliche Durchmischung der Gene zu haben. 

Aktuell werden im Rassezuchtverein Paarungen erlaubt bei denen bis zur zweiten Generation keine gemeinsamen Ahnen vorhanden sind (Stand: 11/19). Dies führt jedoch zu einem Anstieg des Inzuchtkoeffizienten und sollte nur in wirklichen Ausnahmefällen erfolgen!

Mittlerweile gibt es schon einige Gentests für den Kromfohrländer. Dies begrüßen wir sehr, kann man hier auch vom Genotyp einen passenden Paarungspartner wählen und bestimmte Krankheiten so aus der Rasse drängen und muss nicht "hoffen" einen Paarungspartner zu erwischen, der krankmachende Gene ausgleichen kann. Die Möglichkeit eines Gentests gibt es beim Kromfohrländer aktuell für drei Krankheiten. Bei anderen Krankheiten wie verschiedenen Autoimmunkrankheiten, die unter anderem auf genetische Verarmung zurückgeführt werden, ist der Erbgang nicht so einfach zu entschlüsseln, beziehungsweise es spielen viele Gene und Faktoren eine Rolle, so dass man für solch komplexe Erkrankungen noch lange auf Gentests warten muss. Bis dahin ist es aber umso wichtiger die Rasse möglichst "breit an Genen" und damit Kombinationsmöglichkeiten aufzustellen und damit einen niedrigen IK anzustreben. Gleichzeitig sollten vorhandene Gentests genutzt werden um schon aktuell gezielt Krankheiten bekämpfen zu können.

 

Ich habe eine Liste mit den niedrigsten im Kromfohrländer Archiv vorkommenden IK Werten erstellt. Auffallend ist, dass alle Hunde mit niedrigen Inzuchtkoeffizienten Paarungen entstammen, bei denen glatthaarige und rauhaarige Linien miteinander verpaart wurden. Hier wurde das volle Potential der beiden Haararten genutzt, welche über viele Jahre getrennt voneinander gezüchtet wurden.


Inzuchtkoeffizient meines Kromfohrländers

Klick auf den Banner um direkt zum Kromfohrländer Archiv zu gelangen
Klick auf den Banner um direkt zum Kromfohrländer Archiv zu gelangen

Im Kromfohrländer Archiv wird automatisch von jedem eingetragenen Kromfohrländer der Inzuchtkoeffizient auf  7 Generationen berechnet.

Je niedriger der Wert, desto weniger gleiche Verwandten finden sich in den Vorfahren.

 

Note: Im Archiv sind alle doppelt im Stammbaum vorkommenden Hunde blau hinterlegt. Am besten lässt man sich den Stammbaum stets auf 5 Generationen anzeigen. Je weniger blau hinterlegte Tiere, desto weniger wurde ein und dasselbe Tier in der Zucht benutzt und desto niedriger der IK.

 

Zum Vergleich

Unsere Gin hat einen IK von 2,08%, die ersten gemeinsamen Ahnen finden sich in der 5. Generation

 

Unsere Bonny hat einen IK von 6,93%, die ersten gemeinsamen Ahnen finden sich in der 4./ 5. Generation


Testmating - ein tolles tool für züchter

Ein ganz tolles Werkzeug für Züchter und Zuchtinteressierte liefert die Funktion "Testmating" im Kromfohrländer Archiv.

 

Hier lässt sich innerhalb weniger Klicks der Stammbaum deines Kromfohrländers erstellen. Die Eltern des Hundes müssen lediglich im Archiv erfasst sein.

 

So kann man als Züchter verschiedene Deckrüdenkombinationen testen und die Verwandtschaft der Hunde schnell sehen (blau hinterlegt). Klickt man auf "Pedigree Analysis" beim zukünftigen Wurf, so gelangt man auf eine detaillierte Stammbaumansicht und sieht auch den Inzuchtkoeffizienten des zukünftigen Wurfes gezeigt.

Auch als Deckrüdenbesitzer kann man schnell schauen wie es um die Verwandtschaft der potentiellen Nachkommen stünde.

 

Obgleich Verpaarungen, bei denen gemeinsame Ahnen ab der dritten Generation vorkommen, erlaubt sind, sollte im Sinne der Rasse darauf geachtet werden, dass dies die Seltenheit ist und der Stammbaum im Kromfohrländer Archiv (auf 5 Generationen berechnet) möglichst kaum blau hinterlegt ist ;)

 

Verpaarungen die hier mit gutem Beispiel voran gehen und einen niedrigen Inzuchtkoeffizienten aufweisen, haben wir hier gelistet: niedrigster Inzuchtkoeffizient Kromfohrländer Würfe